Gemeinschaftsschule Merzig

Christian-Kretzschmar-Schule Merzig

Merziger Schüler erkunden bei Abschlussfahrt Prag

Zehntklässler der Christian-Kretzschmar-Schule in Merzig haben allerlei über die abwechslungsreiche Geschichte der tschechischen Hauptstadt gelernt.

Die Abschlussklassen 10a und 10b der Christian-Kretzschmar-Schule in Merzig haben ihre diesjährige gemeinsame Abschlussfahrt nach Prag unternommen. Dabei standen zwei bedeutende historische Orte auf dem Reiseprogramm.

Ein Ziel war Theresienstadt, das ursprünglich von den Habsburgern als eine Festung zum Schutz gegen die Preußen erbaut wurde und später dadurch traurige Berühmtheit erlangte, dass es den Nationalsozialisten nach der Eroberung der sogenannten Rest-Tschechei im 1939 gegründeten Protektorat Böhmen und Mähren ab 1941 als Sammel- und Durchgangslager für die tschechischen Juden diente.

Von der Reiseführung vor Ort erfuhren die Schüler außerdem, dass die ehemalige Garnisons- und Festungsstadt auch Altersghetto für deutsche Juden war und zeitweise als „jüdische Mustersiedlung“ der internationalen Öffentlichkeit präsentiert wurde, die sich augenscheinlich gerne täuschen ließ. Neben einem Besuch des Ghetto-Museums, das im Gebäude der ehemaligen Schule untergebracht ist, wurde noch die der Stadt vorgelagerten „Kleine Festung“ besichtigt, die der Gestapo schon ab 1940 als Gefängnis diente. Von den insgesamt 140?000 Gefangenen, die für Theresienstadt registriert wurden, waren etwa 15?000 Kinder, von denen ungefähr 150 das Kriegsende erlebten. Der zweite bedeutender außerschulischer Lernort der Schülerabschlussfahrt war die deutsche Botschaft in Prag, wo sich im Sommer 1989 viele tausend DDR-Bürger hineinflüchteten in der Hoffnung, in die Bundesrepublik ausreisen zu können.