Gemeinschaftsschule Merzig

Christian-Kretzschmar-Schule Merzig

KREATIV GEGEN AIDS - Gesicht zeigen mit Kunst - Leben trotz Krankheit

Eine Aktion der Aids-Hilfe Saar und des Künstlers Mike Mathes mit den Schulen im Saarland.

Die Idee:

Eine Schaufensterpuppe zum Thema „HIV“ in vielfältiger Weise umzugestalten und damit für kreative Prävention und Aufklärung sowie für Akzeptanz von Menschen mit HIV und Aids zu werben. Außerdem soll über die Aktion die Arbeit der Aids-Hilfe Saar unterstützt werden, indem die entstandenen Kunstwerke zugunsten der Aids-Hilfe Saar versteigert werden.

Die Initiatoren:

Initiiert wurde die Aktion an der Christian Kretzschmar Gemeinschaftsschule vor allem durch die Schoolworkerin Janina Maas vom Sozialwerk Saar-Mosel GmbH Merzig und dem Schulleiter Hans Pattar.

Die Aids-Hilfe Saar ist ein Kooperationspartner der Gemeinschaftsschule Merzig. Jährlich finden Projekte im Rahmen der Präventionsarbeit - Bereich Sexualerziehung - statt. Und so auch diese Mal im Rahmen eines kreativen Kunstprojektes.

Die Umsetzung:

Im März 2016 begann die Arbeit an der Christian Kretzschmar Gemeinschaftsschule mit den Schülern und Schülerinnen der Klassenstufe 9 im Rahmen eines Kunstprojektes am Nachmittag. Begleitet wurden sie durch die beiden Kunsterzieherinnen der GemS-Merzig, Daniela Servatius und Michaela Folz-Senzig. Am 7. März fand ein Besuch im Saarlouiser Atelier des Künstlers Mike Mathes statt, der offen als HIVpositiver Künstler im Saarland lebt und sich seit Jahren gegen Diskriminierung und Ausgrenzung einsetzt.

Die Schüler erhielten einen tiefen Einblick in das Leben mit der Krankheit und konnten sich einen Eindruck vom vielfältigen Schaffen des Künstlers machen. Besonders seine ausdrucksstarken Portraits und sein weltweites “Tausend Augen Projekt“ begeisterten die Jugendlichen.

Schließlich begannen die Schüler das Thema HIV technisch und inhaltlich vielfältig umzusetzen, so dass sich die ursprünglich weiße Schaufensterpuppe allmählich veränderte. Collage und Malerei standen im Vordergrund, das Ringen um gute Ideen, die gemeinsame Auseinandersetzung mit dem Thema und immer wieder die Freude am gemeinsamen kreativen Schaffensprozess. 

Die Künstler und Künstlerinnen des Projektes:
Jana Kiefer, Jessica Weber, Fatima Fakih, Ali Geagea, Yousif Sooya, Angelina Filipski, Josefin Frisch

Statements der Schüler und Schülerinnen:

·        Das Projekt war interessant.

·        Wir hatten viel Spaß bei der Arbeit und das Ergebnis ist toll.

·        Die Aufklärung über Aids war aufschlussreich, man hat sich mal wieder mit dem Thema beschäftigt, was wir vorher nicht mehr „auf dem Schirm“ hatten.

·        Man achtet wieder mehr auf die Ansteckungsgefahren. Vor allem das offene Gespräch im Atelier von Mike Mathes über seine Krankheit war etwas Besonderes.

·        Die Menschen sollen sich durch unsere Puppe daran erinnern, dass es diese Krankheit noch gibt, dass es aber auch möglich ist, trotz dieser Krankheit ein fast normales Leben zu führen, ohne sich zu schämen......,so dass das Leben sich fast normal anfühlt.

·        Während der Arbeit entstand ein großes Gemeinschaftsgefühl

Versteigerung der Puppe bringt 500€

Eine „Bietergemeinschaft“ ersteigerte die von Schülern der Christian-Ketzschmar-Schule gestaltete Schaufensterpuppe.

Inspiriert wurden die Schüler bei ihrer Gestaltung vom Tausen-Augen-Projekt von Künstler Mike Mathes.

Es ist die „Merziger Lösung“, wie Manfred Kost sie nennt, die der Aids-Hilfe 500 Euro beschert. „Der Landkreis gibt 250 Euro, ich 200 Euro, meine Sitzungsgelder aus drei Monaten und Michael Nilles von der Sparkasse legt 50 Euro dazu, die er aus seiner Tasche zahlt“, rechnet Merzigs erster Beigeordneter vor. „Und der Federmann bleibt bei der Christian-Kretzschmar-Schule, die ihn verleihen kann“, lautet sein Vorschlag bei der Versteigerung der Schüler-Arbeit in der Buchhandlung Rote Zora, der spontan Beifall erhält.

Aufmerksam verfolgen Mitinhaberin Gertrud Selzer und Kreisbeigordneter Frank Wagern, ebenfalls Lehrer, den Werdegang der Schaufensterpuppe zum Federmann, den Jana Kiefer, Fatima Fakih, Josephine Frisch und Jessica Weber verraten.

Aus dem Brainstorming mit ihren Kunstlehrerinnen Michaela Folz-Senzig und Daniela Servatius zum Thema Aids folgte der Wunsch, Mike Mathes, der HIV-positiv ist, in seinemAtelier zu besuchen. Danach machten sich Ali Geagea, Yousif Sooya und Angelina Filippski ans Werk, um kreativ gegen Aids zu arbeiten.

„Zum Auge im Bereich des Herzens wurden wir durch das Tausend- Augen-Projekt von MikeMathes inspiriert“, sagen die Schülerinnen.

Hans-Josef Pattar, Schulleiter der erweiterten Realschule, fordert dazu auf,

trotz Medikamenten, die ein Ausbrechen der Krankheit verhindern und Hilfen für die Zukunft geben, sich nicht zurückzulehnen. Es gelte, Spenden zu sammeln, damit „Aufklärung, Forschung und Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen und vieles mehr gelingen kann“, sagt der Pädagoge, der als Lehrer an einer Schule in Südafrika unterrichtet hatte, an der es nach seiner Vermutung sicherlich viele infizierte Kinder gab.

Während Gastgeberin Gertrud Selzer Getränke anbietet, öffnet Mathes eine Schachtel, die eine Glaskugel mit einem Auge enthält und überreicht sie Manfred Kost. Sein Versprechen:

für jeden der Spender und für die sieben Schüler eine solche Kugel zu kreieren.

 

Text Von SZ-Redakteurin Margit Stark

Aus : SZ Nr 252 (28.10.16)  LOKALES  Seite C2